In letzter Zeit gibt es viele kritische Stimmen, die Influencer Marketing und einzelne Protagonistinnen für überbewertet halten. Sie stellen eine Unverhältnismäßigkeit im gesamten Marketing-Mix fest.

Die Beliebigkeit der Kooperationen, undurchsichtige Media-Werte und immer weniger authentische Mega-Influencer, die sich deutlich abheben, sind nur einige Beispiele dessen, was da nicht in Ordnung zu sein scheint, im großen Kosmos Influencer Marketing. Andrerseits gilt die Arbeit mit Influencern oder Content Creators zur Zeit als „State oft the Art“ im Marketing – kein Wunder, dass mehr Unternehmen, die sich jung und modern zeigen wollen, auf diese Form des Marketings zurückgreifen.

Dazu haben wir folgende Thesen aufgestellt:

1.Influencer sind das neue ‚State of the Art’ im Marketing

Stellt man sich heute als Unternehmen oder Agentur die Frage, wie man eine neue Zielgruppe bestmöglich erreicht, fällt schnell der Satz „Warum machen wir nicht was mit Influencern“? Immerhin vertrauen 92% der Konsumenten laut einer aktuellen Studie, auf die Kaufempfehlung anderer Konsumenten. 83% vertrauen auf Empfehlungen von Freunden und Familien. Influencer sind im Grunde die perfekte Schnittmenge daraus. Sie sind Premium-Konsumenten und in der Wahrnehmung ihrer Follower Vorbilder. Auch wenn sie die Produkte oft geschenkt bekommen, verwenden und testen sie diese Produkte, um authentische Erfahrungen und Meinungen an die Community weitergeben zu können. Influencer schaffen Aufmerksamkeit für ein Produkt. Sie schaffen Kaufanreize, wecken Begehrlichkeiten und eignen sich besonders gut, um als Botschafter einer Marke eingesetzt zu werden. Als die berühmte „Cherry on top“ tragen Influencer zum Image der Marke bei. Sie schaffen Inhalte für die eigenen Social Media Kanäle und für die von den Marken, für die sie werben.

2. Influencer Marketing ist überbewertet

Soviel zur Theorie. In der Realität beobachtet man immer öfter, dass die Kooperationen großer Influencer mit Marken in einem bestimmten Rahmen immer austauschbarer werden. Im zunehmenden Maße gilt das oft für die Einführung neuer Produkte und Marken. Ob Kosmetik, Mode, Schmuck, Fitness, Gaming oder Ernährung – es gibt einen passenden Multiplikator in fast jedem Bereich. Manchmal decken Influencer mindestens zwei oder drei dieser Bereiche auf einmal ab. Die zentrale Frage, wofür der Influencer steht, weicht bei großen Kampagnen oft der Frage: Wie viele Follower hat der Influencer und wie viel Reichweite bringt uns die Kooperation?

Weil Influencer jedweder Größe früher oder später mit diesen Fragen konfrontiert werden, ist es nachvollziehbar, dass Nachwuchs-Sternchen mit organischen oder bezahlten Methoden versuchen, so viele Follower wie möglich zu generieren. Eine Methodik, die sich für das Influencer Marketing als problematisch darstellt. Manche sprechen sogar davon, das Influencer Marketing überbewertet sei. Statt sich der Frage zu widmen, ob der Influencer tatsächlich zur Marke passt, liegt der Fokus oft nur auf Reichweite und Followerzahlen. Das ist allerdings in etwa so, als würde man in eine Glaskugel schauen. Denn, selbst Mediakits von Influencern zeigen nicht zwingend die Realität. Follower sind schnell gekauft. Interaktionen können durch Engagement-Bots gefördert werden. Daher ist eine gründliche Recherche der Influencer das A und O. Eine weitere Herausforderung ist das schiere Massenangebot von Mediaoutlets. Das kann langfristig dazu führen, dass der Einfluss von Influencer Marketing langfristig seinen Reiz verliert.

Entweder, weil die Influencer sich zu weit von ihrer Community entfernt haben (zu viele Follower) oder sich zu sehr der Vermarktung von Dingen verschrieben haben (Kommerzialisierung).

Umso wichtiger ist es, dass sich alle, die das Instrument Influencer Marketing einsetzten, bewusste sind, dass nicht jeder der eine hohe Reichweite hat, auch tatsächlich ein Influencer ist.

3. Influencer Marketing ist ein unverzichtbares Element im Marketing-Mix

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Usern mit starker Reichweite und tatsächlichen Influencern, die die Meinungen der Rezipienten beeinflussen können. Diese können eine eher geringere, allgemeine Reichweite haben, aber in ihrem Segment absolute Influencer sein. Die goldene Regel lautet hier: Quantität ist nicht alles. Auch die Qualität des Contents zählt, ebenso die Spezialisierung auf ein Thema und eine bestimmte Zielgruppe. Weitere, hilfreiche Instrumente für eine erfolgreiche Influencer Kampagne sind darüber hinaus klare Briefings, die helfen, die Erwartungshaltungen auf allen Seiten zu managen. Es ist wichtig das Ziel der Kampagne immer im Fokus zu behalten und mit authentischen Influencern und Content Creators zusammen zu arbeiten. Wenn der Fokus weniger auf der Reichweite und mehr auf der Qualität liegt, kann Influencer Marketing zu einem unverzichtbaren Element im Marketing-Mix werden.

Es bleibt also festzustellen:

1. Influencer Marketing wird nicht einfach wieder verschwinden

2. Der Hype wird sich verändern und normalisieren

3. Mit dem richtigen Konzept und den richtigen Influencern, unterstützt es laufende Kampagnen optimal

Ihr habt Fragen oder wollt mit mir diskutieren? Kontaktiert mich gerne direkt per Mail: Jennifer.Herzog@yourstruly.de

Yours Truly Chatbot

Was ist ein Messenger Chatbot?

Ein Chatbot ist ein „Conversational User Interface“, also ein System, das mit Menschen Unterhaltungen führen kann. Und Unterhaltungen finden derzeit mobil bei WhatsApp oder im Facebook Messenger statt. In diesem Jahr hat nun Facebook seine „Messenger Platform“ für Entwickler geöffnet und damit den Hype um die Chatbots befeuert.

Warum ist die Facebook Messenger Platform für Marken so interessant?

Marken können jetzt einen Chatbot direkt da einsetzen, wo sie ohnehin schon reichweitenstark mit Konsumenten und Kunden interagieren: auf Facebook …

Continue reading „Was man jetzt über Messenger Chatbots wissen muss“

Für den Erfolg in Social Media ist es wichtiger aber auch gleichzeitig schwieriger, Ziele zu definieren. Woran liegt das und wie gelingt es trotzdem?

Marketing braucht Ziele. Für den Vergleich, die Lernkurve und als Erfolgskontrolle. Wirkliche Standards zur Ermittlung des Return on Investments gibt es für Social Media jedoch nicht. Und das ist auch in Zukunft nicht zu erwarten, denn dafür gibt es schlicht zu diverse Möglichkeiten an Zielen, die mit Social Media erreicht werden können. Das wiederum ist gut so.

Continue reading „Ziele für Marken in Social Media definieren – mit den 3e“

Diese #hashtags. Sie verdrängen langsam aber ziemlich sicher die URL aus der deutschsprachigen Kommunikation. Sie sind multichannel fähig, wirken (noch) frisch und „auf Augenhöhe“. Hashtags sind ja zunächst demokratisch. Denn: jeder kann sie nutzen. Und genau dieser Umstand eröffnet neue Möglichkeiten zum Umgang mit (fremden) Kampagnen.

Continue reading „Hashtags für alle – Wie Prokon die RWE Kampagne #restart für sich nutzt“